Hans Platschek

„Malerische Anlässe sind heute ohne Belang.“

Manfred Eichel auf Axel Hecht
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Axel Hecht war Kunstkritiker und Gründer sowie langjähriger Chefredakteur des Kunstmagazins „art“. Zuvor war er Redakteur beim „stern“ gewesen, wo er 1973 mit nur 29 Jahren zum Chef des Kulturressorts ernannt worden war und das er fünf Jahre leitete. Er verfasste zahlreiche Artikel zur modernen Kunst und war Vorsitzender des Stiftungsrats der Kunsthalle Emden.

Axel Hecht starb im November 2013 in Hamburg.

Axel Hecht, Laudatio auf Monika Grzymala
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Monika Gryzmala

Preisträgerin

Monika Gryzmala ist in Zabrze, Polen, geboren und kam 1980 nach Hamburg. Sie absolvierte eine Ausbildung als Steinbildhauerin in Kaiserslautern und studierte 1994-2001 Bildende Kunst an den Hochschulen Karlsruhe, Kassel und Hamburg, wo sie auch Geisteswissenschaften studierte. 2005 erhielt sie eine Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

„Monika Grzymala kann mit schwebenden Linien auf selbstgeschöpften Papieren einen lyrischen Kosmos entwerfen oder mit leuchtenden Farbbändern in geschlossenen Räumen lichte Wirbel, kraftvoll stürzende Wasserfälle oder wundersame Stürme inszenieren.  Souverän und phantasievoll hat sie die Befreiung der Zeichnung vorangetrieben. Gegen die Vergänglichkeit ihrer raum- und zeitbezogenen Werke setzt sie das Schreiben, Texte, deren Sprengkraft und poetische Tiefe neue Kontakte und Einsichten eröffnen.“ (Axel Hecht)

Monika Gryzmala stellt in Deutschland, Großbritannien und in den USA aus. Ihre wichtigsten Ausstellungen waren 2010 On-Line: Drawing Through the Twentieth Century“ am MoMa in New York, 2012 an der 18th Biennale of Sydney und 2013 „Mono Meros“ an der Kunsthalle Hamburg. 2012 bekam sie den Boesner Art Award, Witten und 2014 den Otto Retter Award für Performance Kunst, Krems.

Monika Grzymala, Dankrede
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Platschek kommentiert

Monika Gryzmala zu Platscheks Gemälde „Selbstbildnis mit Krücke“ (1996)

Selbstbildnis mit Krücke
Acryl/Lw, 100 x 80 cm, 1996, signiert

Im Gemälde „Selbstbildnis mit Krücke“ aus dem Jahre 1996, das auf der art Karlsruhe 2010 in meiner persönlichen Auswahl von Platschek-Werken einen Schlussakkord bildet, sehen wir den Maler, auf eine Krücke gestützt, nach links aus dem Bild schauend. Es ist eines der Bilder aus der letzten Schaffensphase des Künstlers. Schwarze, rinnende Linien auf verwaschen weißem Hintergrund schweben vom porträtierten Körper weg zum rechten Bildrand hin und verlassen sachte fließend das Format. Die zarte, leise aufgetragene Farbe definiert in einer horizontal-vertikalen Bewegung hier den rechten Bildraum, erinnert an ein Notenblatt oder eine geheime Partitur, als käme der stetige Fluss der Zeit dort einer rauschenden Notation gleich. Vom ersten Augenblick an hat mich dieses Selbstbildnis von Platschek zutiefst berührt.

Hommage à Platschek

Papierobjekt für die Hans Platschek Stiftung