Hans Platschek

„Unerläßlich also dafür, dass Kunst zirkuliert, ist weniger das Bild als das, was man vom Bild denken und wissen soll.“

Sebastian Giesen, Begrüßung
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Robert Fleck studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Wien, Innsbruck und Paris. Er war vier Jahre Direktor der Deichtorhallen in Hamburg, bis er 2008 zum Intendanten der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn berufen wurde. Seit 2012 ist Robert Fleck Professor für „Kunst und Öffentlichkeit“ an der Kunstakademie Düsseldorf. Dort ist er zurzeit Prorektor. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter „Die Ablösung vom 20. Jahrhundert. Malerei der Gegenwart“ (2013). Robert Fleck war 2020 als Kurator an der Ausstellung „Imagine Tomorrow“, einer Gegenüberstellung von Hundertwasser und Egon Schiele, im Wiener Leopold-Museum beteiligt.

Der diesjährige Juror Robert Fleck konnte an der Preisverleihung nicht teilnehmen. Dr. Sebastian Giesen, Mitglied des Vorstands, stellte Robert Fleck vor und übernahm es, die Laudatio zu verlesen.

Robert Fleck, Laudatio auf Guillaume Bruère
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Guillaume Bruère, 28.5.2010, vergoldete Bananenschalen,
Tusche und Aquarell auf Papier, 25 x 35 cm

Guillaume Bruère, 21.5.2010, vergoldete Bananenschalen,
Tusche und Aquarell auf Papier, 35 x 25 cm

Guillaume Bruère

Preisträger

Nach dem Studium an der École des Beaux-Arts in Nantes und an der École Européenne supérieure de l’image in Poitiers arbeitete Guillaume Bruère bei verschiedenen Künstlern wie Thomas Hirschhorn, Jacques Villeglé, Fabrice Hybert und Richard Faugnet und ließ sich 2013 in Berlin nieder.

„Der Maler, Zeichner und Essayist Guillaume Bruère hat in den letzten Jahren ein Werk von besonderer Unabhängigkeit entwickelt, das durch hochgradige Expressivität, individuelle Zeichensprache und rückhaltlose Selbstäußerungen gekennzeichnet ist. Die Bilder und Zeichnungen scheinen an der eigenen Seele wie in einem Labor abgelesen. Sie zielen gleichwohl nicht auf subjektive Erscheinungen, sondern auf die Erschließung der Befindlichkeit des zeitgenössischen Individuums in einer sich rasant und unaufhaltsam wandelnden Welt. Sowohl seine Technik, die Bilderwelt aus skripturalen Notaten aufzubauen, als auch die zwischen Figuration und Abstraktion pendelnde Zeichensprache und die Verbindung der eigenen bildnerischen Arbeit mit einem schreibenden Nachdenken über die Kunst unserer Zeit, stellen darüber hinaus Parallelen zum Werk von Hans Platschek dar, dessen Andenken dieser Preis gewidmet ist.“ (Robert Fleck)

Guillaume Bruère ist in Deutschland, Frankreich und Österreich präsent und hatte Ausstellungen im Martin Gropius Bau, Berlin, Marta Henford 2012 und im Kunsthaus Zürich 2019. 2009 bekam er den Max Pechstein Förderpreis, Zwickau, und 2019 den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, Zürich.

Der Preistäger Guillaume Bruère improvisierte seine Dankrede
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Selbstbildnis mit Krücke
Acryl/Lw, 100 x 80 cm, 1996, signiert

Platschek kommentiert

Guillaume Bruère zu Platscheks Gemälden

Das Oeuvre von Hans Platschek kenne ich zu wenig. Seine Selbstbildnisse scheinen mir spannend, denn sie wirken sehr direkt, vermutlich weil sie einfach schnell entstanden sind.

Wenn man zu viel schreibt, wird man mit derselben Körperhaltung Bilder machen, und von einer ähnlichen Größe, also ein A4 Blatt. Daher fällt es schwer, Bilder zu machen, die den gesamten Körper benötigen. Das Problem hatten z.B. Victor Hugo, Günter Brus aber auch Hans Platschek.

Ich habe großen Respekt dafür, dass Hans Platschek sich nicht sagen ließ, was er zu tun hatte.

26. Mai 2021

Selbstbildnis mit Narbe
Acryl/Lw. 100 x 80 cm, 1996, signiert