|
Mai 2009 Wenn mein verstorbener Freund Hans Platschek, der Maler und Schriftsteller, jemanden nicht leiden konnte, dann zischte er, flugs und kaum hörbar, ein galligen „Der hat Mundgeruch“.
Oder, Stufe zwei, letztlich perfider, Platschek raunte, mit dem ihm
eigenen Timbre, dieser oder jener Kollege, Galerist oder
Museumsdirektor mache „in seiner Freizeit Batik“. Gemessen an der Häufigkeit der lustvoll eingesetzten Diffamie,
schien mir, hätte der halbe Kunstbetrieb textilhandwerklich orientiert
sein müssen was freilich nicht zutraf. Allerdings: Der väterliche
Freund, in seinen letzten Jahrzehnten in Hamburg zu Hause, machte mir
mit solchen, teils schrulligen Aussagen freilich schon in jungen Jahren
klar, dass der Kunstbetrieb ein Betrieb ist, in dem mit harten Bandagen
und nicht selten mit allerlei unlauteren Mitteln gekämpft wird.
|

